29.04.2015

Abschied und Neubeginn

Nun ist es soweit...


DIESER Blog "mein-lernen.blogspot" nimmt Abschied und übergibt voller Stolz den Zauber des Anfangs, die Möglichkeiten des Ausprobierens und die große Vision an den neuen Blog
weiter.


Der Entstehung von Hundert Welten ist ein ganzer Artikel gewidmet.

Es soll noch deutlicher herauskommen, dass es hier um das INDIVIDUELLE Lernen geht und jeder eben seine WELT des Lernens finden und gestalten kann.

Hundert Welten gibt Anregungen für individuelles Lernen und regt an, sich im Bereich Lernen selbst zu coachen.

"LernCoaching do it yourself"!

Zu Hundert Welten gehört auch dieses Video:


Alexandra Lux - Hundert Welten from Alexandra Lux on Vimeo.


Es hat riesig Spaß gemacht, mit Andreas Rintzner diese Idee zu entwicklen und mit dem Team von "Michael Praun für den Schnitt!
people in focus" zu drehen. Ein ganz großes Dankeschön auch an

Ich bin echt begeistert und gespannt, wie ihr es findet.

Freue mich sehr, euch ab sofort auf Hundert Welten zu treffen.

Bis bald,
Eure Alexandra

20.04.2015

Wann deine Konzentration flöten geht…



Zu Konzentration habe ich schon einiges geschrieben, auch dass sich JEDE/R konzentrieren kann. Ebenso, dass es eine willentliche Entscheidung ist.


"Trotzdem gibt es Dinge, die die Konzentration beeinträchtigen."


Sozusagen Hintertürchen - na manchmal auch ganz ungeniert die Vordertür, durch die sich die Konzentration verpisst… - Wenn du nichts dagegen unternimmst… Denn manchmal gibt’s für die Gedanken und Aufmerksamkeit einfach schönere und interessantere Orte.



Hier eine Sammlung möglicher Konzentrationshindernisse:



  • Ein langweiliges Thema

Innere Ablenkung: deine Gedanken gehen spazieren
Äußere Ablenkung (Handy, Internet…): deine Aufmerksamkeit folgt einem interessanterem Geschehen

  • Motivationsmangel, weil

Du keinen Sinn im Thema erkennst
Weil dir der Lehrer unsympathisch ist
  • Stures und starres Lernen
Aus Angst vor schlechten Noten oder "Bestrafung"
Weil selbstständiges Lernen mit eigenen Gedanken nicht erlaubt ist
  • Schnelle Frustration
du gibst bei kleinsten Schwierigkeiten auf
du merkst, dass du das Niveau der Anderen nicht erreichen kannst
  • Mithalten müssen mit übertriebenem Ehrgeiz 
  • Planloses und aktionistisches Handeln
Planlosigkeit erzeugt inneren Druck
Ermahnungen von außen erzeugen ebenfalls Druck
  • Unpassende Lerntechniken
  • Fehlende Eigenverantwortung
  • andere sind  schuld am Scheitern, es besteht keine Bereitschaft,  selbst etwas zu verändern
  • Familiäre und, oder finanzielle Probleme
  • Ablenkungen durch "Freunde"
Dabei sein wollen
Anerkennung erarbeiten
  • Mobbing
  • Krankheit
  • Sonstiger Stress
  • Pubertät


Ob einer, oder mehrere dieser Punkte nun tatsächlich die Konzentration beeinflussen, hängt auch wieder sehr stark vom einzelnen Menschen ab. Manche können sich sehr gut gegen diese Dinge abschotten, manche schaffen das gar nicht.

Dann ist es mit dem Willen sich zu konzentrieren auch nicht mehr getan. Wenn wir im Stressmodus sind, greift unsere Vernunft nicht mehr, da schaltet der Körper nur auf überleben!


"Der erste Schritt Konzentrationsprobleme in den Griff zu bekommen ist deren Analyse."

Erst einmal musst du erkennen, woran es liegen kann, dass du dich nicht so wirklich konzentrieren kannst. Hast du dich bei den Stichpunkten entdeckt? - Kann sein, dass es eine Kombination ist, oder noch etwas ganz anderes. Manchmal ist es auch schwer, das herauszufinden. Hier hilft dir der LernCoach!


Jetzt überlegst du dir, was du dagegen tun kannst:


Genügt dein Wille?
Besteht die Chance, deine Gedanken und deine Einstellung zu ändern?
Was ist dein Ziel?
Hast du einen Plan?
Kannst du dir die Zeit anders einteilen?
Brauchst du Hilfe von einem LernCoach, Arzt, Therapeuten, Lehrer, deinen Eltern?

"Auf jeden Fall bist du handlungsfähig!"


Das Blöde daran ist…


Jetzt kannst du dich nicht mehr auf deinen "Konzentrationsstörungen" ausruhen! J
Schon wieder liegt es in deiner Verantwortung, ob du etwas dagegen unternehmen möchtest und deinen eigenen Erfolg in die Hand nimmst!

Auch wenn du es nicht alleine lösen kannst, kannst DU entscheiden, ob du dir Hilfe holst!

 

Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:


Die alleinige Aufforderung "Jetzt konzentrier' dich doch mal!" genügt also nicht! Sie ist sogar kontraproduktiv!

Beobachten Sie Ihr Kind und teilen Sie ihm Ihre Beobachtung mit. Lassen Sie ihm die Möglichkeit, die Situation aus seiner Sicht zu beschreiben. Vielleicht sind die Gründe ganz andere!

Oft sind die "Konzentrationsstörungen" unbewusst und können so durch Ihre Unterstützung bewusst gemacht und dann eben beseitigt werden.

"Das geschieht am besten ohne Schuldzuweisungen, sondern durch ehrliche, achtsame Gespräche."


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13.04.2015

Wie du deine natürliche Konzentrationsfähigkeit nutzen kannst



Was denkst du über deine Konzentration?

Auf einer Skala von 1 - 10… wo würdest du deine Konzentration einsortieren? (1 ist natürlich ganz wenig und 10 die höchste Möglichkeit).




Gleich die nächsten Fragen:

  • Bist du damit zufrieden?
  • Wo wäre es ideal?
  • Hältst du es für möglich dort hin zu kommen?
  • Ist dir deine Wunschkonzentration schon einmal geglückt?

Im letzten Artikel habe ich schon geschrieben, dass uns Konzentration angeboren ist. Doch trotzdem können wir uns nicht immer auf alles konzentrieren, was jetzt so zu tun wäre. - Unser Körper ist ökonomisch! Er verschwendet keine Energie auf etwas, was ihm nicht wichtig erscheint!

Und da haben wir es schon!

"Konzentration gelingt leicht, wenn dir etwas WICHTIG ist!"

Wenn dich etwas interessiert, wenn DU etwas machen willst, dann bist du automatisch konzentriert. Und jetzt machen wir uns daran, genau diese Situationen heraus zu finden.
   


Wann bist du konzentriert?       


Bei welcher Tätigkeit würdest du deine Konzentration in der Skala bei 10 oder mindestens 9 eintragen?

Deine Konzentration ist so hoch wenn du:

  • total in die Arbeit, Aufgabe, Tätigkeit versunken bist.
  • gar nicht merkst, wie die Zeit vergeht.
  • nicht mitbekommst, dass dich jemand anspricht.
  • bei dieser einen Tätigkeit bleibst und dich gerade nichts anderes ablenken kann.
  • dir Dinge aus dieser Aufgabe gut merken kannst.

 Also, in welcher Situation warst du schon (total) konzentriert?

Das kann vieles sein. Es muss überhaupt nicht mit Schule zu tun haben. (Darf aber ;) )

"Notiere dir ein bis fünf Beispiele, 
in denen du konzentriert warst/bist."

Welche Parallelen entdeckst du in den verschiedenen Situationen?
Sind es Dinge, die

  • du dir selbst ausgesucht hast?
  • dir Spaß machen?
  • dir leicht fallen?
  • du schon öfter gemacht hast?
  • die dich interessieren?
  • ein bestimmtes Ziel haben?

 Was ist der Unterschied zu den Situationen, in denen dir Konzentration schwer fällt?
Auch hier kannst du dir einige Notizen machen.




Wie machst du das genau mit der Konzentration?


Jetzt ist es interessant, wie du zu dieser Konzentration kommst. Scheinbar kannst du es ja! - Soviel zum Thema "ich kann mich nicht konzentrieren" ;)

Viele meiner Coachees zucken jetzt mit den Schultern: "Weiß nicht…. Keine Ahnung." - Ja, klar, das funktioniert ja auch automatisch.

"Wenn du Konzentration gezielt herstellen willst, solltest du wissen, wie es dir sonst gelingt, dich zu konzentrieren."

Also. Ein Beispiel:
Uli fährt schon lange Skateboard. Er möchte jetzt auf Waveboard umsteigen. Neulich im Park hat er ein paar coole Boarder gesehen. Wow! Er hat ihnen lange zu gesehen und sie über die Waveboards ausgefragt. Sie haben ihm einige Tipps gegeben. Er hatte noch genügend Geld auf der Seite, dass er sich eines kaufen konnte.

Damit er sich nicht ganz blöd anstellt, hat er auch im Internet nach Infos gesucht. Jetzt setzt er sein theoretisches Wissen in die Praxis um.

Puh… von vier auf zwei Rollen umzusteigen ist echt nicht so leicht wie gedacht. Dabei hatte Uli das Gefühl, dass er eine ziemlich gute Körperbeherrschung hat. Aber die Bewegungsabläufe sind doch etwas anders. Doch so schnell gibt er nicht auf. Immer wieder probiert er es. Und es geht immer besser.

- Unbewusst durchläuft er die ganze Zeit "Testreihen". Er hat eine Vorstellung, was er machen möchte, wie es aussieht oder sich anfühlt. Er probiert es aus und vergleicht das Bild oder das tatsächliche Gefühl mit dem "Wunsch". Passt es nicht, überlegt er, was er verändern muss, um sein "Ziel" zu erreichen. -

Uli merkt überhaupt nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Bis sein Handy klingelt und er drauf schaut und bemerkt, dass unzählige Nachrichten und 8 verpasste Anrufe angezeigt werden. Er hat es nicht mitbekommen.



Was ist passiert?


Uli hatte ein Ziel, das er sich selbst gesteckt hat. Er wollte etwas neues lernen! Er hat sich Infos geholt und sich selbst Gedanken gemacht, wie er sein Wissen in die Praxis umsetzen kann. Er wusste, wo er sich weiter Hilfe holen könnte. Es war eine Beschäftigung, die nicht ganz neu für ihn war.

Wie hat das also mit der Konzentration geklappt. Denn die war da! Wenn er nicht mal die Nachrichten seiner Freunde mitbekommt!

  • ein Ziel
  • eine selbst gewählte Aufgabe
  • Vorinformationen
  • eine Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll
  • die Umsetzung

Ja super! Bei einem Hobby geht das! - Aber in der Schule oder beim Lernen zu Hause?????

Darum geht’s jetzt:


 

Wie helfen dir diese Erkenntnisse jetzt weiter?


Jetzt ist Kreativität gefragt!
Wie kannst du DEINE Erkenntnisse, wie DU dich konzentrieren kannst auf die Bereiche anwenden, wo es eben nicht von selbst geht?

Nehmen wir wieder Ulis Beispiel:
Uli möchte sich in ungeliebten Unterrichtsfächern und bei den Hausaufgaben besser konzentrieren.


Punkt 1: ein Ziel
Hmmmm…. Guter Rat teuer?
Was könnte das Ziel sein, im Unterricht aufzupassen. Ja, das wär schon mal ein Ziel, aber spannend ist das nicht, oder? Wenn er im Unterricht aufpasst, bekommt er mehr mit und könnte sich mehr merken, dass er zu Hause weniger lernen muss und in der nächsten Stunde besser bescheid weiß.

Für die Hausaufgaben: er wäre schneller fertig. Eher raus, Freunde treffen, Waveboard fahren…


Punkt 2: eine selbst gewählte Aufgabe
Oh! Das ist natürlich im Unterricht schwierig, denn das Fach steht ja auf dem Stundenplan.
Wie wäre es, wenn du dir die "selbstgewählte" Aufgabe stellst, dem Unterricht zu folgen, Notizen zu machen oder eine kurze Zusammenfassung zu schreiben, Fragen zu stellen?

Bei den Hausaufgaben ist das leichter: du suchst dir die Aufgabe aus, die du als erstes erledigst. ;)


Punkt 3: Vorinformationen
Im Unterricht: die Vorbereitung darauf. D.h. den Stoff der letzten Stunde präsent haben.

Hausaufgaben: Den Unterrichtsstoff präsent haben ;)


Punkt 4: Eine Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll
DEIN Ziel (von oben) ganz klar sehen. WIE ist es, wenn du dein Ziel erreichst? Im Unterricht und bei den Hausaufgaben - diese sind vollständig am selben Tag erledigt.


Punkt 5: Die Umsetzung
Einfach: TUN!
Am Anfang gehört vielleicht ein bisschen Überwindung dazu. Ich habe niemals gesagt, dass es von selbst geht. Es kommt immer auf DEINE Initiative an!



Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:


Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder sich leichter auch bei ungeliebteren Aufgaben konzentrieren können, wenn Eltern

  • ihren Kindern mehr Freiheitsspielräume für eigene Ideen lassen.
  • Zeit mit ihren Kindern verbringen.
  • ihren Kindern Vertrauen entgegenbringen.
  • ermuntern und Zuversicht vermitteln.
  • selbst in Balance und ruhig sind.
  • ihr Kind Kind sein lassen.
  • konsequent und verlässlich sind.

Eines ist ganz klar: Konzentration kann man nicht verordnen und Medikamente helfen evtl. im Extremfall symptomatisch, jedoch nicht nachhaltig. - Von den Lanzeitwirkungen ganz abgesehen!

Konzentrationstrainings zeigen dem Kind, dass es etwas nicht kann und daher hart trainieren muss. Ich halte es für sinnvoller, wenn Kindern anders gezeigt wird, dass und wie sie sich sowieso konzentrieren können!

UND: Können SIE sich immer auf alles ausdauernd konzentrieren? Wie verhalten SIE sich in schier endlosen Besprechungen und bei langweiligen Aufgaben???

"Kinder sind keine Automaten. 
Zeigen Sie Verständnis und unterstützen Sie konstruktiv!"



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07.04.2015

Mythos Konzentrationsmangel


"Konzentrier dich doch jetzt mal…", "ich kann mich so schlecht konzentrieren…", "Deine Konzentration lässt zu wünschen übrig!" 

… Konzentrationsmangel ist wohl neben Faulheit und Desinteresse das schlimmste Übel in puncto lernen.



Was es mit diesem Mythos auf sich hat, beleuchte ich in diesem Artikel aus meinem Blickwinkel. Denn die ständige Jammerei um Konzentrationsschwächen oder gar -Störungen geht mir echt auf die Nerven! Massenweise wird Eltern, deren Kindern und den Jugendlichen eingeredet, dass es Medikamente oder Konzentrationstrainings braucht. So ein Quatsch!

Meiner Meinung brauchen diese Kinder und Jugendlichen Beispiele, dass, wann und wie sie sich konzentrieren können um diese Fähigkeit gezielt einsetzen zu können.


"Jeder kann sich konzentrieren!"

Denn die Fähigkeit sich zu konzentrieren ist uns angeboren. Dummerweise kann man sie aber verlernen!

 

Was habe ich von der Konzentration?


Wie ich schon erwähnt habe, kann sich jede/r konzentrieren. Das geht manchmal von selbst, dass wir es gar nicht merken. Nämlich dann, wenn wir Dinge gerne machen und sie uns leicht fallen.

Und was hast du in diesem Fall davon?

  • Du vertiefst dich in EINE Aufgabe.
  • Du bist schnell fertig damit, weil du ja dabei bleibst.
  • Du bist aufmerksam und somit sinkt die Fehlerquote, du arbeitest sorgfältiger.
  • Du bist motivierter weiter zu machen - egal ob das selbe, oder ein anderes Thema.
  • Du schaffst in gleicher Zeit mehr Pensum.
  • Du kannst dir mehr merken, da dein Gehirn mitbekommt, dass es wichtig ist für dich.
  • Dein Gehirn belohnt sich selbst, wenn du eine Aufgabe fertig gestellt hast (Erfolgserlebnis).
Vielleicht findest du noch mehr Gründe?

Wenn es nicht von alleine geht, musst du dir die Konzentration mühsam herbei holen. Das gebe ich zu, so einfach ist das nicht.

"Auch Erwachsenen fällt es manchmal schwer, sich zu konzentrieren."

Wie das mit der Konzentration funktionieren kann, darum geht es in den nächsten Artikeln. Doch ein bisschen einfacher wird es schon, wenn du dir klar machst, was du davon hast! Vielleicht hilft dir auch zu wissen, was Konzentration genau ist:


Was ist Konzentration überhaupt?


Bei der Konzentration "konzentriert" sich alles auf ein Thema. D.h. du kümmerst dich nur um

  • EINE Aufgabe = ich lerne Vokabeln
  • EINE Tätigkeit = ich erledige meine Mathe-Hausaufgabe
  • EIN Ziel = ich schreibe diesen Deutschaufsatz fertig


DU entscheidest dich mit deinem Willen auf diese eine Aufgabe. Konzentration kann dir, genau wie Motivation nicht von außen bequem serviert werden! :)


"Konzentration ist wie bei einer Taschenlampe."

Oder auch einer anderen Lichtquelle. Der Lichtkegel fällt auf einen bestimmten Bereich des Raums, auf den die Lampe gerichtet ist. Alles andere bleibt im Dunkel und ist somit für die Augen ausgeblendet.

Konzentrierst du dich auf EINE Sache, dann blendest du Störquellen und Ablenkungen aus. Du beachtest sie einfach nicht.

Im Internet kannst du viel über Konzentration finden. Ganz unterschiedliche Meinungen. Die einen sprechen von einer "Krankheit" oder sind der Meinungen, dass K sich nicht willentlich lenken lässt. Konzentration wäre eine Kombination von passender Technik und genügend Übung, also Training. Mit entsprechenden Kursen oder Büchern verdienen sie viel Geld.

Ich bin da etwas anderer Meinung.

Meiner Ansicht nach ist Konzentration tatsächlich eine willentliche Entscheidung. Wie für alles, entscheidest du dich. Hier eben, dass du jetzt EINE Aufgabe erledigst und dir alles andere gerade nicht so wichtig ist. Es ist eine Form der Anstrengungsbereitschaft. DEINER Bereitschaft, etwas Anstrengendes zu tun.

Bringst du diese Bereitschaft nicht auf, musst du mit den Folgen rechnen.


Wie sich Konzentrationsmangel auswirkt:


Sicher kennst du eine Situation, in der es dir schwer fiel, dich zu konzentrieren. Hängt es mit einem bestimmten Thema zusammen?

Erinner' dich mal kurz daran. Was fällt dir ein?

  • Dir geht es schlecht.
  • Deine Gedanken wandern ständig zu einem anderen Thema.
  • Dir fallen 1000 Sachen ein, die du unbedingt jetzt erledigen musst.
  • 1000 Ausreden fallen dir ein, warum du zuerst etwas anderes machen solltest?
  • Du sitzt über der Arbeit, aber kannst dir nichts merken?
  • Du liest 10 mal den selben Satz und weißt immer noch nicht, was du eigentlich gelesen hast?
Und sicher gibt es noch mehr.

Die Folge ist, dass du dein Potenzial nicht ausschöpfen kannst. Du kapierst den Inhalt nicht, du hast schlechte Noten. Die Folge davon ist, dass du denkst du bist zu blöd dafür. Aber das stimmt einfach nicht! Durch die entstehenden Misserfolge sinkt auch deine Motivation.

"Wozu sollst du lernen, wenn eh nichts hängen bleibt?"

Oft ist es eben nicht das Verständnis, sondern die mangelnde Konzentration. Aber:

Wie kommt es dazu?


Wenn dich ein Thema nicht interessiert, dann fällt es dir schwer, dich darauf zu konzentrieren. Schließlich gibt’s viel interessantere Dinge!

  • Vielleicht weißt du gar nicht, wozu du genau DAS brauchst, was du lernen sollst?
  • Du hast eher Lust, etwas anderes zu machen. Deine Anstrengungsbereitschaft ist gerade bei diesem Thema dauerabwesend?
  • Hast du dir jemals etwas zugemutet? Etwas durchgezogen, auf das du gar keine Lust hattest?
  • Wurdest du immer geschützt, wenn du dich einmal zu etwas überwinden hättest müssen?
Dann kann es sein, dass du gar keine Strategie hast, mit solchen Anstrengungen umzugehen.

"Wie wäre es, wenn du mit ganz kleinen Einheiten beginnst?"

Konzentration fällt auch schwer, wenn man Angst vor einem Thema hat.

  • Bist du mit deinen Gedanken schon in der Zukunft und malst dir aus, dass du es ja sowieso nicht schaffst?
  • Stören dich die Gedanken, dass du es UNBEDINGT schaffen musst, da es sonst Ärger gibt?
  • Geistert dir der Lehrer durch den Kopf, der dich auf dem Kieker hat und dir nichts zutraut?
  • Oder hängst du in der Vergangenheit und denkst an den letzten Misserfolg?
  • Was passiert, wenn du jetzt gerade nicht mitbekommst, was die anderen ausmachen und du dann nicht dabei sein kannst?
Hier lenkt dich die Angst ab.

"Und Angst ist nie ein guter Lernbegleiter!"

Es kann auch sein, dass du es verlernt hast, dich zu konzentrieren:
Das passiert meist in früher Kindheit. Denn kleine Kinder sind in ihre Tätigkeiten (Spiel oder Beobachtung) völlig versunken. Unachtsame Erwachsene stören sie dabei ständig, indem sie sie einfach unterbrechen und ihnen ihre eigenen so wichtigen Gedanken aufzwingen. Oft werden die Kinder auch noch bestraft, dass sie nicht gleich reagieren und trainieren sich dann selbst auf zwei Dinge gleichzeitig zu achten. - Ihr Spiel und die Aufrufe der Erwachsenen.


Und jetzt?


Jetzt weißt du einiges zur Konzentration.

Vielleicht hat es dir schon ein bisschen weiter geholfen. Mehr wissenswertes gibt es in den nächsten Kapiteln zur Konzentration.

Ich helfe dir, herauszufinden, WANN und WIE du dich gut konzentrieren kannst. Denn wenn du das GENAU weißt, kannst du deine Fähigkeit zur Konzentration gezielt anwenden.

Ich werde dir einige Punkte erläutern, was die Konzentration beeinträchtigt und wie du sie herbei führen kannst. Eine kleine Übung hilft dir dabei.




Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:


Die Aufforderung, sich doch endlich mal zu konzentrieren ist schnell gesagt. Und sie kann ganz schnell zu ganz schlechter Stimmung führen. Konzentration ist willentlich herbei zu führen. Wird sie das nicht auf Aufforderung, ist das ja wohl nur Provokation!

So einfach ist es dann doch nicht. Die Hintergründe zu wissen ist sehr hilfreich. Denn soooo schnell lässt sich Konzentration dann doch nicht erzwingen.
Wie wäre es mit einem Gespräch, das aufdecken kann, woran es liegt, dass Konzentration so schwer fällt?


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30.03.2015

Chill mal - es sind Ferien!


Osterferien - zumindest in Bayern!
Zwei Wochen schulfrei!



Unvorstellbar in den Ferien zu lernen! Endlich mal eine Zeit, in der Schule NICHT den Alltag bestimmt.

 "Ja! - Aber…. "

 Natürlich sollst du die Ferien genießen und dich nicht vom Schultakt bestimmen lassen. Ausschlafen - chillen - mit Freunden raus gehen - feiern…


Was soll dann das "aber"?


Da gibt’s so was Blödes wie die Vergessenskurve… Vor mehr als 100 Jahren hat Hermann Ebbinghaus herausgefunden, dass das, was wir lernen nicht immer sofort zu 100% hängen bleibt. Das kennst du bestimmt: Im Unterricht denkst du noch, ok, geht, ist ja gar nicht so schwer, doch nachmittags bei den Hausaufgaben sind schon Lücken da. Oder du lernst und am nächsten Tag kannst du es nicht mehr gut… 

Das ist NORMAL!!! Das liegt an der Vergessenskurve:


Das bedeutet, dass Wissen, das wir uns aneignen ohne Wiederholung sehr schnell wieder in Vergessenheit gerät. Ganz besonders, wenn:

  • Du noch kein / wenig Vorwissen dazu hast
  • Dich das Thema nicht sonderlich interessiert
  • Das Thema nicht so zu deinen Stärken zählt
  • Du Stress hast (Angst, Druck, Ärger, Konflikte)
"Nur 1x hören, oder anschauen genügt also auf Dauer nicht."

Mehr zur Vergessenskurve findest du hier.

Es ist DEINE Entscheidung, wie du das jetzt umsetzt. Auch ich bin auf keinen Fall dafür, auch in den Ferien durch zu lernen (zur Ausnahme komme ich später)!


Wie kann ich sinnvoll wiederholen?


Eine Idee wäre, jeden Tag eine Zeitspanne für Wiederholungen zu reservieren…. Vielleicht gleich am morgen, bevor du in den Freizeitteil des Tages startest? Oder irgendwann zwischendurch? Abends, wenn du nichts vor hast und eh zu Hause bist? Wann für dich der passende Zeitpunkt ist, weiß ich nicht. Das muss zu dir und deinem Rhythmus passen! (Darüber habe ich hier schon geschrieben).


Wenn deine Noten soweit für dich passen, ist es ja ok! Sinnvoll sind tägliche Wiederholungsphasen für Vokabeln z.B. Und da spreche ich von ca. 3x 10 Minuten! Kleine Einheiten mit wenig Vokabeln, dafür aber regelmäßig.

"Mit Wiederholungsphasen wirst du zum Merkhelden"

 Erstelle dir selbst einen Plan, wenn du regelmäßig wiederholen möchtest.

Vielleicht hast du auch "Intensiv-Nachhilfe"? Nutze es, frag nach, was du nicht weißt oder verstanden hast! Sei mit aller Aufmerksamkeit dabei, damit die Zeit auch wirklich etwas nutzt, dann kannst du auch deine Freizeit viel besser genießen!


Die Ferien-Ausnahmen…


Steht dein Jahr auf der Kippe? Wird’s eng mit dem Weiterkommen? Wenn du es wirklich möchtest, wär' es echt gut, wenn du dich aufraffst und die Ferien nutzt!

Bist du im Prüfungsjahrgang, dann wären die Osterferien jetzt der Zeitpunkt, an dem du echt angreifen solltest! Es gibt super gute Prüfungsvorbereitungsbücher. Hol sie dir und starte durch! Mach dir einen Ferienplan, wie viel des Tages du ins Lernen investieren möchtest und wie du es dir aufteilen willst. Dann beginne erst mal mit einfachen Themen.

"Erst mal Einfacheres wiederholen… das motiviert für mehr."

 Grundlagen sind wichtig. Und sehr wahrscheinlich kannst du da noch mehr, als du dachtest. Kann sein, dass du ein bisschen brauchst, bis du wieder rein kommst. Dein Vorwissen ist vielleicht ein bisschen verstaubt, aber dann geht es wieder und es motiviert dich weiter zu machen! Bleib dran, jeden Tag und du hast noch immer genug Zeit zum Chillen! J


Keine Zeit…. Bin nicht zu Hause…


Ha! J
Cool, wenn du die Ferien nutzt um weg zu fahren! Aber echt keine Entschuldigung, die ich gelten lasse! 

Überleg dir, was du machen möchtest und nimm es dir mit! Wo auch immer du bist, wird es Momente geben, in denen du ein bisschen was machen kannst. Bei Verwandtenbesuchen hast du DIE ideale Ausrede um dich mal abzuseilen und kannst dir auch noch jede Menge Bewunderung und Respekt einhandeln!

"Ich geh mal lernen…."

 

Fazit:


Carpe diem - nutze den Tag. Es gibt nicht nur lernen ODER Freizeit. Es geht auch beides! - Überleg dir, WAS du (erreichen) willst und dann überleg dir WIE du es dir einteilst.

Der größte Vorteil beim Lernen in den Ferien, also außerhalb der Schule ist: DU kannst es dir selbst einteilen und keiner gibt dir vor, was du machen sollst!  

Wie immer ist es DEINE Entscheidung. Es ist nämlich auch DEIN Leben. Jetzt und später J



Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:


Besser als ständiges Erinnern "lern mal was", "hast du schon gelernt", "du wolltest doch….", "wenn du nichts machst, darfst du nicht…." usw. funktionieren Absprachen. Was nimmt sich Ihr Kind vor? Welche Unterstützung braucht es? Nachhilfe oder Tipps von Ihnen? Wann kann das geschehen? Sollen Sie kleine Erinnerungsimpulse geben? Wann und wie?

Klären Sie das alles ab, dann gibt es keinen Ärger, sondern alle Bedürfnisse sind klar auf dem Tisch. Sie möchten sicher, dass die Vorhaben umgesetzt werden und die Ziele erreicht werden, Ihr Kind möchte Eigenverantwortung statt Kontrolle, aber sicher auch noch ein bisschen erinnernde Unterstützung.

"Absprachen vermeiden Stress und Konflikte."

 Und tatsächlich brauchen Schüler auch Erholungsphasen und Zeit über die sie selbst verfügen können. Schlecht gelaunt in den Ferien über den Büchern zu sitzen - wahrscheinlich auch noch mit den Gedanken wo ganz anders - nützt niemandem! 

Meine Abschlussfrage: Wer ist für den Schulerfolg verantwortlich?



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23.03.2015

Die passenden Belohnungs-Karotten


Hast du auch immer von Omi in der Grundschule Geld für eine gute Note oder ein gutes Zeugnis bekommen? Das hat funktioniert, oder? Aber mit einem Euro würdest du dich jetzt nicht mehr zufrieden geben? - Genau das ist der Effekt von solcher Belohnung! Ist ja nichts anderes als 'ne Karotte für den Esel. Die Motivation, einen Schritt zu gehen J

Viele Schüler kommen zu mir und sagen: "Motivieren Sie mich mal. Sie sind doch Coach." - So geht’s leider nicht! Aber lies hier, wie das mit der Belohnung wirklich funktioniert:




Was habe ich von Belohnungen?


Was machen Belohnungen mit dir? Motivieren sie dich weiter zu machen, durch zu halten, oder überhaupt erst zu beginnen?
Naja, unser Gehirn liebt diese Überschwemmung von Glückshormonen! Schon die Aussicht auf eine Belohnung motiviert uns zu handeln. Das ist ein komplizierter Kreislauf im Gehirn, der ganz automatisch abläuft. 

"Die Belohnung muss aber wichtig und erstrebenswert für dich sein!"


Einen Haken gibt es jedoch an der Sache: Für materielle Belohnungen funktioniert das nur bedingt. Irgendwann will dein Gehirn mehr, um wieder Glückshormone auszuschütten! Auch der Esel will auf Dauer mehr als eine Karotte! Du bist also darauf angewiesen, dass dir von außen immer mehr geboten wird. Das macht abhängig. Und das ist das Gegenteil von Unabhängigkeit. 

Sicher kennst du das tolle Gefühl, wenn du selbst etwas geschafft hast, was nicht so ganz einfach war? Oder falls du am Computer spielst, wenn du den nächsten Level geschafft hast? Auch da wird die "Belohnungsgießkanne" ausgeschüttet, wie der Hirnforscher Gerald Hüther es gerne beschreibt. Dein Gehirn ist begeistert und schüttet so genannte Glückshormone aus.


"Belohnungen motivieren! - Ganz klar!"


Doch wie kannst du dich nun unabhängig von außen belohnen?


Welche Belohnungen sind wirklich sinnvoll?


Wie kannst du dich belohnen, ohne immer mehr Karotten auffahren zu müssen? Meistens höre ich von Schokolade, etwas anderem Süßen, einer Zigarette oder anderen Genussmitteln, die unser Verlangen befriedigen.

Auch Fernsehen oder Computer spielen wird oft genannt. - Doch Vorsicht! Dadurch kann gerade mühsam gelerntes schnell überlagert werden und die ganze Mühe ist umsonst!

Ja, aber mit was soll ich mich sonst belohnen, fragst du jetzt? - Was tut dir gut, frage ich dich!

  • Eine kurze Pause?
  • Ein Haken auf dem Plan?
  • Das Gefühl "Das hab' ich jetzt geschafft"?
  • Ein Jubelschrei?
  • Im Lieblingsbuch weiter lesen?
  • Das Treffen am Abend mit Freunden?
  • Der Stolz auf sich selbst, sich überwunden zu haben, oder wirklich die Herausforderung genommen zu haben?
  • Eine Tätigkeit auf die du dich freust?
 
Wieder ist es deine Einstellung, mit der du an die Arbeit heran gehst! Ist es für dich von Bedeutung etwas zu erledigen, dann belohnt sich dein Gehirn tatsächlich von alleine. Hat es weniger Bedeutung, weil du die Aufgaben "aufgebrummt" bekommst, funktioniert das eben nicht. Dein Gehirn hat ja keinen "Befehl" bekommen, sich zu freuen, dass du es machst oder geschafft hast. Statt dessen hat es die ganze Zeit Stress!

Bei Dingen, die wir gerne machen, merken wir das gar nicht, so automatisch läuft das ab. Und wenn es eben nicht automatisch geht, kannst du ein bisschen nachhelfen! Mach es für dich bedeutsam!


"Stell dir selbst eine Belohnung in Aussicht!"



Wie du das machst?


  1. Was ist dein Ziel? - Was nimmst du dir vor?
  2. Überprüfe deine Einstellung zu dieser Arbeit, die du erledigen möchtest/musst.
  3. Wie viel Zeit wirst du dafür benötigen? - Schaffst du es in einem "Rutsch", oder brauchst du mehrere Einheiten dafür?
  4. Wie viel Zeit möchtest du dafür aufwenden?
  5. Auf was hast du Lust, wenn du es geschafft hast? (Bei mehreren Einheiten, kleine "Zwischenstopps" einlegen!)
  6. Was hast du dir dann "verdient"?
  7. Schreib dir das auf, hänge den Zettel gut sichtbar auf oder stelle dir deine "Belohnung" bereit.

Vielleicht motiviert dich auch die Methode, dass du dir das zu allererst vornimmst?

Könnte sein, dass du dich erst mal mit den anderen Erledigungen (die dir leichter fallen) in Schwung bringst?

Es gibt auch Menschen, denen hilft es um einfach nur mal anzufangen, nur eine relativ kurze Zeitspanne für diese ungeliebte Aufgabe zu planen. Die "Pomodoro-Technik" könnte dir hier hilfreich sein. Die Belohung dann ist eine kleine Pause, bevor es weiter geht.

Und wenn du es geschafft hast, ist die Belohnung auch der passende Moment, kurz inne zu halten und stolz zu sein.

"Du hast eine Etappe geschafft!"


Bei Beendigung und Abschluss dieser (größeren) Arbeit darfst du auch ruhig dein Ziel feiern!


Fazit


Wir brauchen Pausen und das Gefühl, etwas geschafft zu haben um motiviert zu bleiben. Daraus schöpfst du weitere Kraft und schaffst dir selbst Arbeitsstrukturen. Damit kannst du dein Lernen nach deinen Bedürfnissen rhythmisieren.


"Schaffe dir deine eigenen Belohnungen und werde von den Äußeren unabhängig!"




Beobachte dich selbst, welche Belohnungen dich wirklich motivieren und nutze ihre Kraft!

Welche Belohnungen hast du für dich gefunden? Schreibe sie in den Kommentar und gib anderen damit Ideen!


Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:


Materielle Belohnungen - und dazu gehören auch Noten - sind kontraproduktiv und machen Schüler nur abhängig. Sie tun etwas nur um etwas zu bekommen und lernen so niemals die Kraft der intrinsischen Motivation kennen. Der Schlüssel dazu ist Begeisterung. Gerald Hüther beschreibt hier, wie Sie die Begeisterung am Leben halten können.

Wenn Motivation schon von außen kommen muss, dann sollten Eltern darauf achten, dass sie Zeit "schenken". Gemeinsame Unternehmungen die Beziehungszeit schenken. - Gemeinsam etwas schönes kochen, spielen, ins Kino gehen…. Aber auch hier gilt: Vorsicht, Kinder sollten nicht das Gefühl bekommen, dass sie gemeinsame Zeit nur durch Anstrengung oder Leistung "verdienen"! Es ist immer das Ziel, Kinder zu befähigen, dass sie des Wissen wegen und für sich selbst lernen.

Es lohnt hierfür einmal unser Schulsystem grundsätzlich zu überdenken! Denn diese intrinsische Motivation kann das getaktete und vorgegebenen Lernen nur schwer hervorlocken.




Foto: Dieter Kreikemeier_pixelio.de


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16.03.2015

Wie du den idealen Zeitpunkt für die Hausaufgaben findest


Hausaufgaben erledigen… ein leidiges Thema! Böse Zungen behaupten ja, dass Hausaufgaben nur erfunden wurden, damit Schüler am Nachmittag auch noch beschäftigt sind oder weil Lehrer Schüler damit ärgern wollen. 

- Naja… über den Sinn von Hausaufgaben kann man sich tatsächlich streiten. (Darüber habe ich kurz hier schon mal geschrieben)


Wie auch immer wir zwei darüber denken, Fakt ist, dass du welche auf hast und sie erledigen musst! Jugendliche erklären mir immer, dass es keinen idealen Zeitpunkt für Hausaufgaben geben kann, weil Hausaufgaben grundsätzlich doof sind. Schließlich rauben sie die Freizeit! - Ja! Da ist was dran! Lies mal weiter…


Was nützt es mir, den idealen Zeitpunkt für die Hausaufgaben zu finden?


Es stimmt tatsächlich, dass es keinen allgemein gültig richtigen Zeitpunkt für die Erledigung der Hausaufgaben gibt! Es gibt nur einen, der für dich passt.

Hahaha… denkst du jetzt?

Doch glaub mir! Wenn du herausfindest, wann es für dich passend ist deine Hausaufgaben zu erledigen, dann wird dir das Ganze leichter fallen. Du arbeitest dann nämlich nach deinem eigenen Rhythmus statt dagegen.


            "DEN richtigen Zeitpunkt gibt es nicht! 
Finde DEINEN!"

Das hat dir noch niemand erzählt? Das glaub ich dir! Denn jeder denkt, so wie er es macht muss es für alle anderen auch passen. Viele machen sich auch gar keine Gedanken darüber, sondern machen einfach, was andere sagen. Für die kann es ja passend sein, doch wenn es nicht für dich passt, dann bringt es dich nicht weiter und noch dazu denkst du, dass es an dir liegt! Dass du nicht richtig bist! Und so etwas kann man beim lernen so gar nicht gebrauchen!


Was ist der ideale Zeitpunkt?


Da gibt es erst mal diejenigen, die nach Hause kommen, vielleicht noch schnell etwas essen und sich dann sofort dran setzen. Sie sind so am produktivsten. Sie können sich dann noch gut an die Inhalte der Schule erinnern und so die Übungsaufgaben leichter lösen.

Ihr Denkmuster, ihre Überzeugung ist: "Zuerst die Pflicht, dann die Kür." Ob sie sich das selbst ausgedacht oder übernommen haben weiß ich nicht. Nehmen wir mal an, sie haben es für sich herausgefunden. Sie haben dann alles erledigt und können sich an ihrer Freizeit freuen. Ihnen "hängt" nichts mehr im Nacken.

Dann gibt es diejenigen, die nach Hause kommen und völlig erschöpft sind. Nach dem Essen sowieso! Sie brauchen erst einmal eine Pause und erledigen ihre Hausaufgaben irgendwann später. Sie müssen sich erst einmal erholen, bevor sie irgendetwas denken können.

Ihr Denkmuster, ihre Überzeugung ist: "Immer mit der Ruhe!" Oder: "Eines nach dem Anderen!" Auch da ist etwas dran. Die Gefahr ist dann, rechtzeitig zu beginnen. ;)

            "Alles ist richtig - wenn es zu DIR passt!"

Ich habe dir gerade zwei verschiedene Vorgehensweisen beschrieben. Vielleicht kennst du Menschen, die die eine oder die andere anwenden. Vielleicht hast du beides auch schon ausprobiert. Vielleicht bekommst du eine Strategie vorgeschrieben?

Es gibt eben kein richtig und kein falsch! Es gibt nur die Methode, die eher zu dir passt. Und selbst dann kann es sein, dass mal die andere Vorgehensweise stimmt.
Ganz schön kompliziert? Nein! Flexibel J


Und so findest du DEINEN idealen Zeitpunkt…


… hast du dich selbst schon mal beobachtet, wann dir die Hausaufgaben (unabhängig vom Fach) leichter gefallen sind? Natürlich hängt es auch an der Tagesform an sich.
Falls ja, dann mach das in Zukunft so, wie es für dich besser passt. Entweder gleich nach der Schule - dann hast du es weg. Oder nach einer angemessenen Pause, vielleicht sogar abends! Dann genieße aber auch die Freizeit ohne schlechtes Gewissen, dass du noch was machen musst!

Eines gilt immer: Sei ehrlich zu dir! Sonst bringt dir das Ganze ja gar nichts!

            "Was passt für dich? 
Wann gehen dir die Hausaufgaben leichter von der Hand?"

Falls du noch nie darauf geachtet hast, oder immer zur selben Zeit deine Hausaufgaben erledigt hast, dann teste einfach mal. Teste aber bitte ein paar Tage lang, nicht nur einen Tag!

Wie geht es dir, wenn du gleich nach der Schule deine Hausaufgaben machst?
·         Wie fühlst du dich?
·         Hast du die Energie dazu?
·         Bist du konzentriert?
·         Kannst du dich noch an die Erklärungen aus dem Unterricht erinnern?
·         Schweifen deine Gedanken ab?

Die selben Fragen gelten auch für deine Beobachtungen, wenn du die Hausaufgaben später machst.

Wann fühlst du dich besser? - Es ist sinnvoll darüber nach zu denken, denn dann kannst du deinen Eltern gleich eine gute Begründung liefern, falls sie meinen, abends kann man keine Hausaufgaben mehr machen, oder du solltest nach der Schule erst einmal eine Pause einlegen. - Es könnte nämlich sein, dass ihnen das gut tun würde! ;)

Apropos Pausen: Kleinere sollten zwischendurch auch mal sein! ;)


Fazit: Mit dem für dich passenden Zeitpunkt wird es leichter, sogar schneller gehen!


Jetzt weißt du, welchen Nutzen du hast, wenn du den für dich idealen Hausaufgabenzeitpunkt findest. Du weißt, wie du es herausfinden kannst und welche Möglichkeiten es gibt. Nun ist es an dir, deinen idealen Zeitpunkt zu finden.

            "Trau dich!

Arbeite nach DEINEM System!"

Probier es aus und du wirst feststellen, dass sich die Hausaufgaben nicht nur schneller und leichter erledigen lassen, sondern dass es auch noch (fast) Spaß macht!

Sei flexibel, wenn du mal einen Tag dazwischen hast, der es anders erfordert oder an dem du es einfach mal anders machst.

Noch etwas gilt: Erledigen musst du deine Hausaufgaben natürlich schon! ;) Leider habe ich noch kein Mittelchen gefunden, wie sie sich von selber erledigen. Und Abschreiben in der Früh bringt dir leider keinen Nutzen (außer dass du sie überhaupt hast)!

Na dann…. Los geht’s! Und wenn du es herausgefunden hast, freu ich mich über deinen Kommentar, welches DEIN idealer Zeitpunkt ist und wie du ihn herausgefunden hast? Das kann anderen weiterhelfen!



Hinweis für Eltern und andere Erwachsene:

Vertrauen Sie Ihrem Kind, dass es seine Zeitstruktur findet! Je jünger es ist, um so mehr Unterstützung braucht es in diesem Prozess. Ältere Schüler können mit ehrlichen Fragen und Reflexionen unterstützt werden. Aber ACHTUNG: haben sie das Gefühl, dass sie belehrt oder ausgefragt werden, werden sie sich zurück ziehen!

Natürlich dürfen Sie Ihre Bedenken und Ängste äußern. Doch bitte im passenden Augenblick und der passenden "Grundmelodie" ;) - Wer möchte für seine Arbeitsweise schon gerne kritisiert werden? Vor allem, wenn es sich um ungeliebte handelt?




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FotoDieter Schütz_pixelio.de